Was muss ein gutes Messer bieten?

Was muss ein gutes Messer bieten?

Wenn es um Küchenutensilien geht, hat jeder andere Bedürfnisse. Die Frage, welche Küchenmesser man benötigt, wird jeder unterschiedlich beantworten. Das ist wenig erstaunlich, denn: Die Zahl der Wahlmöglichkeiten ist hoch.

 

Die verschiedenen Küchenmesser im Überblick

Der eine nutzt uralte Kartoffelmesser, besitzt außerdem ein gutes Brotmesser, einen Sparschäler und ein Sortiment an Frühstücks- und Allzweckmessern. Manch anderer besteht auf einen Messerblock und möchte neben Tafelsilber auch zahlreiche Spezialmesser sein eigen nennen. Die Auswahl an Messern für spezielle Aufgaben ist groß. Man findet beispielsweise:

  • mit Klingen-Aussparungen versehene Käse- und Briemesser
  • spezielle Hartkäse- und Parmesan-Hobel
  • stumpfe Buttermesser
  • Kräuterwiegen mit Doppelmessern
  • Ausbein-, Filetier- und Tranchiermesser mit festen oder flexiblen Klingen für Fleisch und Fisch
  • kurze Obst- und Gemüsemesser
  • scharfe Tomatenmesser
  • spezielle Schinken- oder Lachsmesser
  • asiatische Hōchōs oder Santokus
  • Austernöffner
  • lange Brotmesser mit Wellenschliff
  • breite Torten- und Konditormesser
  • nützliche Sparschäler
  • Schlachtermesser

In den meisten Fällen kommt man ohne diese Vielfalt aus. Nur die Käsemesser finden sich in jedem Haushalt, wo Käseliebhaber anzutreffen sind. In der Regel sammeln sich im Laufe der Zeit sämtliche Küchenmesser an, die man zu schätzen weiß. Wer sich als Sushi-Meisterausprobiert, besitzt oft entsprechende japanische Messer. Der Austernfreund gönnt sich ein Austernmesser. Das beidseitig nutzbare Buntmesser, mit dem man Gemüse in dekorative Streifen schneiden kann, findet sich hingegen eher im Restaurantbereich.

Wer braucht welche Messer?

Zur Grundausstattung einer Küche gehören die Brotmesser, die Frühstücks- und Allzweckmesser und die scharfen Gemüsemesser. Bei den meisten Menschen schlummern weitere Messer in der Küchenschublade, die so gut wie nie benutzt werden. Wer viel kocht und dabei hohe Ansprüche an das Material stellt, gönnt sich oft einige hochwertige Küchenmesser. Für Otto Normalverbraucher und den durchschnittlichen Alltagskoch genügen oft billige Obst-Messer aus dem Supermarkt. Es hängt aber auch vom Einkommen ab, wie die Küchenausstattung aussieht. In einer Designerküche oder einer superteuren Nobelküche finden sich garantiert keine Billig-Küchenmesser. Beim Geschirr und beim Besteck legt man meistens höhere Maßstäbe an. Ob man auch heute noch zwischen Alltagsbesteck und Festtagsbesteck unterscheidet, ist individuell verschieden. Hochwertige Küchenmesser erkennt man an der langen Tradition der Hersteller. Solinger Stahlklingen galten lange Zeit als das Nonplusultra. Heute liefert einer der Hersteller für die Solinger Messerklingen unter dem Namen “Solicut” hochwertige Messer aus. Plastikgriffe weisen ein Messer nicht immer als minderwertig aus. Kunststoffgriffe finden sich nämlich heutzutage auch an teuren Profimessern. Man erkennt Qualität an Nieten und bündigen Abschlüssen an der Klinge. Kunststoffgriffe haben in hygienischer Hinsicht Vorteile. Sie quellen beim Abwaschen oder in der Spülmaschine nicht auf. Edle Holzgriffe mit Nieten und einem Aufdruck des Herstellernamens in der Klinge sind häufig bei anspruchsvollen Produkten zu finden. Viele Sterneköche benutzen auch heute qualitativ hochwertige Messer, weil deren Klingen aus bestem Stahl schon früher als besonders hochwertig galten. Diverse Solinger Traditionsmarken haben auch heute noch einen guten Ruf. Wer darauf Wert legt, langlebige Messerqualität zu erleben, investiert zumindest bei einigen Messern von entsprechende Marken. Wer möchte, dass seine Messer spülmaschinenresistent sind, muss aber auf einige Markenprodukte verzichten. Auch die Griffe von Qualitätsmessern halten den aggressiven Spülmaschinensalzen nicht immer stand.
Qualitätsmerkmale sind beispielsweise:

  • lasergeprüfte Schneiden-Geometrien
  • ergonomisch optimierte Handgriffe
  • modernste Herstellungsverfahren
  • hohe Anteile an Handarbeit
  • die Verwendung besonders harter Hölzer für die Messergriffe
  • eine dreifache Vernietung des Griffes mit dem Schaft
  • das Fehlen von Ritzen zwischen Schneide und Griff
  • exzellente Balanciertheit beim Halten
  • die Verwendung von erstklassigem Klingen- oder Karbonstahl

Der Preis ist heiß

Die Kosten für ein hochwertiges Küchenmesser können beträchtlich sein. Durchschnittliche Messerqualitäten sind bis 50 Euro zu haben. Zwischen 50 und 100 Euro sind Küchenmesser angesiedelt, die bereits Profiqualitäten haben, aber noch halbwegs bezahlbar sind. Alles darüber hinaus sind Luxusmesser, unter Anderem mit Damast-Stahl und superscharfen Klingen. Der Hersteller benötigt für ihre Fertigung manchmal mehrere Monate. Entsprechend limitiert sind die Auflagen solcher Küchenmesser. Mit manchem Luxusmesser könnte man einen Kleinwagen bezahlen.
Typische Preistreiber sind:

  • das Klingenmaterial
  • die Schnitthaltigkeit
  • das Griffmaterial
  • der Anteil der Handarbeit
  • der Verarbeitungsaufwand
  • der mühsame Handschliff

Fazit

In den meisten Fällen sind die Profimesser aus dem mittleren Preissegment Anschaffungen für das ganze Leben. Man kann sie nachschärfen, wenn nötig. Luxusmesser gönnt man sich nur, wenn man die nötige Liquidität besitzt oder ein Sterne-Profikoch ist. Trotzdem ist es manchmal auch für Gourmets eine gute Idee, sich einen Gutschein für ein hochwertiges Küchenmesser zu wünschen. Sie dürfen entgegen anderslautender Gerüchte durchaus hochwertige Küchenmesser verschenken, wenn Sie einen begeisterten Koch zum Freund haben. Fakt ist, dass die Zahl der Qualitätshersteller sich zunehmend ausdünnt. Das gilt auch für die bekannten Solinger Manufakturen. Auch hier sind Produktions-Standorte in Niedriglohnländern zunehmend angesagt. Heimische Manufakturen wie Güde, Herder oder Bahns sind noch in Deutschland ansässig. Sie kennzeichnen den Trend hin zu mehr Qualität in der Küche. Keramikmesser sind ähnlich zu beurteilen. Hochwertige Modelle lohnen sich nicht für den Alltagskoch. Ultragünstige Modelle sind nicht immer das Nonplusultra. Ansonsten weist das mittlere Preissegment nicht mehr viele qualitative Unterschiede auf. Interessant sind Keramikmesser in hygienischer Hinsicht, in Sachen Schärfe und Haltbarkeit.

 

Bildquelle: Bigstock-ID: 913656 by Perkmeup